Spaziergang in der Neustadt
Vom unteren Ende des Hanuschplatzes queren wir die Salzach über den
Makartsteg und kommen zum Makartplatz, benannt nach dem
Salzburger Maler Hans Makart (1840-1884). Rechts sehen Sie Mozarts
Wohnhaus. Es wurde von der Familie Mozart in den Jahren 1773 - 1787
bewohnt, nachdem ihnen die kleine Wohnung in der Getreidegasse zu
eng wurde. 1944 von Fliegerbomben großteils zerstört, wurde es 1994 - 96
mit Hilfe japanischer Geldgeber durch die Stiftung Mozarteum in
ursprünglicher Gestalt wieder rekonstruiert und beherbergt nun eine
sehenswerte Ausstellung über die Familie Mozart und ihre Salzburger
Umwelt 1773-1787. In dem, im Originalzustand erhalten gebliebenen
Tanzmeister Saal, werden Konzerte abgehalten.
Der Makartplatz wird beherrscht durch die Dreifaltigkeitskirche (1694-1703) einem frühen Meisterwerk des Architekten Fischer von Erlach. Sie
ist die Klosterkirche des Priesterhauses, das beiderseits der Kirche um zwei Innenhöfe angelegt wurde. Die Türme des Prunkbaues wurden zwar
nach dem Stadtbrand vom 1818 noch hervorgehoben und erhöht, der barocke Charakter blieb aber erhalten.
Das Kircheninnere schmücken u.a. umfangreiche Stuckaturen, ein sehenswertes Kuppelfresko von Johann Rottmayr (um 1700) und der sehr schöne, ebenfalls von Fischer von Erlach entworfene, Hochaltar.
Gegenüber von Mozarts Wohnhaus sehen Sie das langgezogene Hotel Bristol, dann das Salzburger Landestheater. Es wurde 1892-93 anstelle des alten Ballhauses errichtet und 1938 nochmals umgebaut und erweitert. Dazwischen befindet sich der Haupteingang zum Mirabellgarten.
Blicken Sie noch schnell um die Ecke in der Schwarzstraße. Hier sehen
Sie die Kammerspiele des Landestheaters und das weltberühmte
Salzburger Marionettentheater, weiches mit seinem Repertoire von
Mozart-Opern die ganze Welt bereist und begeistert.
Daneben das Mozarteum, die Musikhochschule Salzburgs. Das Jugendstilgebäude beherbergt neben einem Schultrakt auch mehrere
Säle zur Aufführung von Orchester-, Kammer- und Solistenkonzerten. Im Garten des Hauses steht das Zauberflötenhäuschen, in dem Mozart
seine Oper komponiert haben soll.
Der Mirabellgarten
zeigt seinen Besuchern eine bunte Welt von Blumen und Skulpturen, kunstvoll geschnittene Hecken ' Laubengänge, Blüten und wasserspritzende Brunnen. Erzbischof Wolf Dietrich ließ hier um 1606, vor den Toren der Stadt Salzburg, das Lustschloss "Altenau" für seine Mätresse Salome Alt bauen. Seine Nachfolger erweiterten es und machten es zur erzbischöflichen Sommerresidenz Mirabell. Die heutige Form des Parks geht auf die Planung von Fischer von Erlach um 1690 zurück.
Wir betreten den "Großen Garten" des Parks durch ein Tor, das von steinernen Fechtern auf hohen Sockeln gebildet wird. Auf der Balustrade links und rechts drängen sich antike Götter.
Rund um den hohen Springbrunnen in der Mitte finden Sie vier Figurengruppen des Bildhauers Ottavio Mosto, welche die Elemente Wasser, Erde, Luft und Feuer darstellen: Paris raubt Helena über das Wasser hinweg, Pluto entführt Persephone unter die Erde. Herkules hebt den Giganten Antäos in die Luft und Äneas rettet seinen Vater Anchises auf den Schultern aus der brennenden Stadt Troja.
Rechts vom Brunnen in der ehemaligen Orangerie befindet sich das Barockmuseum. Hier sind Kunstwerke des 17. und 18.Jh. ausgestellt, vor allem Ölskizzen und Entwürfe für Altarbilder und Wandmalereien.
Durch den Laubengang auf der linken Seite gelangen Sie zum Heckentheater, welches um 1717 nach französischem Vorbild angelegt wurde und eines der ältesten dieser Art im deutschen Sprachraum ist. Die hohen Laubhecken sind wie Theaterkulissen gestaffelt, davor der Orchestergraben. Dahinter beginnt der Bastions oder ZwergerIgarten mit steinernen Zwergenfiguren, die unterschiedliche Charaktere bzw. Berufe verkörpern.
Im kleinen Parterre vor dem Schloss Mirabell
befindet sich der Pegasusbrunnen mit der aus Kupfer getriebenen geflügelten Pferdefigur des Bildhauers Kaspar Gras (1661).
Das heutige Schloss Mirabell hat nicht mehr die Gestalt eines Lustschlosses wie das ehemalige Schloss Altenau. Anfang des 18.Jh. erstmals umgebaut, zerstörte der große Stadtbrand von 1818 das Gebäude fast vollständig. Nur der Marmorsaal im ersten Stock und die Prunkstiege im Westtrakt mit Figuren von Raphael Donner blieben erhalten.
Heute ist Schloß Mirabell Sitz des Salzburger Bürgermeisters und einiger Stadtämter. Der Marmorsaal
wird von Brautpaaren aus aller Welt als stilvolles Ambiente für ihre Hochzeitszeremonie gewählt und unzählige Hochzeitsfotos werden mit den frechen Engeln auf der Marmortreppe oder vor den Brunnen des Mirabellgarten geschossen.
Vor dem Schloß erstreckt sich der Mirabellplatz. Auf dem großen
Parkplatz rund um die Andräkirche findet jeden Donnerstag Vormittag
ein großer Markt statt.
Verlassen Sie den Park über die von Einhörnern 11 ankierte Treppe hinter dem Pegasusbrunnen, so kommen Sie in den kleinen Kurpark, an dessen anderem Ende Sie das Kurhaus mit Hallenbad und das Kongresshaus finden.
Lohnend ist auch der kurze Anstieg (ca. 5 Minuten) auf den Kapuzinerberg durch den Torbogen bei Haus Nr.14, entlang der Kreuzwegstationen). Von der Hettwerbastei haben Sie einen wunderschönen Blick auf die Festung und die Altstadt von Salzburg.
Das Kapuzinerkloster über der Bastei wurde 1599 gegründet und ist
nach den strengen Regeln des Bettelordens sehr schlicht eingerichtet.
Es wird heute noch von Mönchen bewohnt. Die Villa gegenüber dem
Kloster bewohnte 1919-34 der Dichter und Schriftsteller Stefan Zweig.
Wenn Sie Zeit haben, sollten Sie unbedingt einen Spaziergang über
den Kapuzinerberg machen.
Der Weg führt durch einen Wald mit hohen Buchen und bietet immer wieder reizvolle Rastplätze mit herrlichen Aussichten auf die Altstadt (auf der einen Seite) und den Stadtteil Schallmoos auf der anderen. Nach 20 Minuten erreichen Sie das Franziskischlößl, welches von Erzbischof Paris Lodron im Zuge der Stadtbefestigung errichtet wurde. Es beherbergt heute eine kleine Gastwirtschaft.
Die Imbergstiege führt uns vom Kapuzinerkloster wieder hinunter in die Steingasse, der ältesten Straße Salzburgs. Die Bewohner der Steingasse waren früher wohlhabende Handwerker und ihre repräsentativen Häuser mit den schmucken Arkadengängen sind heute beliebte Fotomotive.