Spaziergang durch die Salzburger Altstadt

Wir beginnen unsere Stadtbesichtigung am Residenzplatz, dem größten Platz der Altstadt. Er liegt zwischen der alten fürsterzbischöflichen Residenz und dem Residenz-Neugebäude, wird im Norden von Bürgerhäusern und der Michaels-Kirche, im Süden vom mächtigen Dom begrenzt. Zur Zeit des romanischen Domes war hier ein Friedhof, der unter Erzbischof Wolf Dietrich eingeebnet wurde, um Platz für den geplanten Neubau des Domes zu schaffen. In der Mitte des Platzes erhebt sich der 15 m hohe Residenzbrunnen. Er wurde 1656-61 vom italienischen Bildhauer Tommaso di Garona geschaffen und gilt als der größte und schönste Barockbrunnen außerhalb Italiens. Auf einem Felsen, der von 4 wasserspeienden Meerrössern umgeben ist, stehen drei Giganten und tragen auf ihren Schultern eine Schale, in der große Fische mit ihren Schwänzen ein weiteres Becken hochhalten. In diesem sitzt der Meereskönig Triton und bläst eine hohe Wasserfontäne aus seinem Muschelhorn.

Das Residenz-Neugebäude auf der Ostseite des Residenzplatzes beherbergt Teile des Museums Carolino Augusteum und wird geprägt durch den 8-eckigen Glockenturm. Erzbischof Wolf Dietrich ließ den Palast 1592-1602 als Quartier für sich und seine Gäste errichten. Die Prunkräume im 2.Stock (Ständesaal, Bischofssaal, Porträtgalerie) sind mit farbigem Stuck von besonderer Schönheit ausgestattet.

Das Gebäude wurde später von Erzbischof Kuenburg erweitert und 1702 von Erzbischof Thun mit einem Glockenturm ergänzt. Noch heute erklingt täglich um 7, 11 und 18 Uhr ein aus 35 Glocken bestehendes Glockenspiel.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes steht die Residenz. Sie war vom 12.Jh. bis 1803 der Sitz der Salzburger Fürsterzbischöfe. Der heutige Renaissancebau wurde 1595 von Erzbischof Wolf Dietrich begonnen und von seinen Nachfolgern weiter ausgebaut. Von den 180 Räumen der Residenz spiegeln vor allem die Prunkräume die weltliche Macht und den Reichtum der Landesfürsten wieder. Sie bieten heute einen sehr schönen Rahmen für abendliche Konzerte und Empfänge und können besichtigt werden.

Man betritt die Residenz durch ein prächtiges Portal (16 10) aus Untersberger Marmor. Im linken hinteren Eck des Innenhofes (neben dem Herkulesbrunnen) führt eine lange Treppe mit flachen Stufen hinauf zu den Prunkräumen im 2. Stock. Die herrlichen Stuckarbeiten an Decken und Wänden stammen von Alberto Camesina, die prächtigen Deckengemälde von Johann Michael Rottmayr und Martino Altomonte.

 Der Rundgang beginnt im Carabinerie-Saal, mit 50 m Länge, 12 m Breite und 12 m Höhe der größte Saal. Er diente der fürstlichen Leibgarde als Aufenthalts- und Übungsraum. Die großen Deckengemälde von Rottmayr zeigen in eindrucksvoller Weise die 4 Elemente. Im Rittersaal konnte man früher wie auch heute Kammerkonzerten beiwohnen. Auch hier herrliche Deckenfresken mit Szenen aus dem Leben von Alexander dem Großen.

Weiter geht's in das Konferenzzimmer, wo neben Konferenzen auch Musikabende abgehalten wurden. Hier spielte der kleine Mozart mit 6 Jahren sein erstes Konzert. In der Antecamera sehen Sie neben herrlichen Wandteppichen auch einen schönen Ofen mit vergoldeter Prunkvase. Der Audienzsaal wurde mit kostbaren Gobelins und Möbeln ausgestattet, der Stuck ist mit Blattgold belegt. Weiter geht's in das fürstliche Arbeitszimmer, das Schreib‑ und Schatullenzimmer (wo wichtige Dokumente und Geld aufbewahrt wurden), das Schlafzimmer Deckengemälde in der" Schönen Galerie" und in die Schöne Galerie, wo die fürstliche Gemäldesammlung präsentiert wurde. Den Abschluss bilden der Thronsaal (Mit wertvollem Seidendamast an den Wänden), der Weiße Saal, das Grüne Zimmer und der Kaisersaal, mit Bildern der Habsburger Kaiser und Könige.

Die Residenzgalerie im 3.Stock beherbergt eine bedeutende Sammlung der Malerei des 16.-19. Jahrhunderts, mit Bildern von Rembrandt, Rubens, Tizian, Lesueur u.a.

Vor der Residenz ist der Standplatz der Fiaker. Von hier starten sie mit ihren Pferdekutschen zu Stadtrundfahrten. Durch die Dombögen gelangt man auf den Domplatz mit der Mariensäule, 1771 von den Gebrüdern Hagenauer errichtet. Sie symbolisiert den Triumpf der Kirche über die Macht des Bösen. Die Figuren am Sockel personifizieren die Weisheit, die Kirche, die Engel und den Teufel.

Unter den Dombögen befindet sich der Eingang zum unterirdisch gelegenen Grabungsmuseum, wo Reste der alten Dom-Grundmauern zu sehen sind.

Auf dem Domplatz wird all jährlich während der Sommerfestspiele Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" aufgeführt, das Spiel vom Leben und Sterben des reichen Mannes, mit der  herrlich gegliederten Barockfassade des Domes als prächtige Kulisse. Der majestätische Dom ist der bedeutendste italienische Monumentalbau nördlich der Alpen und bereits der dritte Kirchenbau an der gleichen Stelle. Der erste Dom wurde in den Jahren 767-774 von Abtbischof  Virgil errichtet. Im 12.Jh. wurde der Virgildorn durch eine fünfschiffige romanische Basilika mit 5 Türmen ersetzt. 1598 beschädigte ein Brand den romanischen Dom so sehr, daß Erzbischof  Wolf Dietrich einen Neubau beschloss und ihn abtragen ließ.

Der Bau des heutigen Domes, nach Plänen des italienischen Hofbaumeisters Santino Solari, begann 1614 unter Erzbischof Markus Sittikus. Das Gotteshaus wurde 1628 von Erzbischof Paris Lodron eingeweiht, die Türme jedoch erst 1652‑1655 vollendet. Für die dreigeschossige Fassade und die vierstöckigen Türme wurde Untersberger Marmor verwendet. Vor den bogenförmigen Eingangsportalen sehen Sie die Statuen der Schutzpatrone Rupert und Virgil (außen) sowie die Apostel Petrus und Paulus (innen), in halber Fassadenhöhe die vier Evangelisten, auf dem Giebel links und rechts die Propheten Moses und Elias und auf der Spitze Christus. Durch drei schwere Bronzetore mit den Symbolen Glaube, Liebe und Hoffnung, aus dem Jahre 1958 gelangt man in den Dom. Der Innenraum des Domes (Länge 86 in, Breite 62,5 in) ist in kühlem Weiss gehalten und faßt über 10.000 Personen. Die Deckenfresken im Mittelschiff  wurden von Arsenio Mascagni und Ignazio Solari gemalt und zeigen Szenen aus dem Leben und Leiden Jesu und führen zu Mascagnis großen Bild des auferstandenen Herrn auf dem Hochaltar. Die Fresken der 71 m hohen oktogonalen Kuppel zeigen Begebenheiten aus dem alten Testament. Sie wurde 1944 durch Fliegerbomben schwer beschädigt, der Wiederaufbau und die Rekonstruktion der Fresken wurden 1959 abgeschlossen.

Unter der Vierung (Kreuzung von Lang- und Querhaus) befindet sich die 1959 errichtete Krypta, in der die Fundamentreste der früheren Gotteshäuser zu sehen sind. Sie dient als Grabstätte der Salzburger Erzbischöfe. In der Gruftkapelle befindet sich ein romanisches Kruzifix aus dem 13. Jahrhundert.

Auch das auf Bronzelöwen ruhende Taufbecken in der ersten linken Seitenkapelle stammt noch aus dem romanischen Dom und wurde 1321 gegossen, der Deckel wurde 1959 neu gestaltet.

Das Dommuseum (Eingang in der Vorhalle, rechts) beherbergt wertvolle Stücke des alten Domschatzes und eine Rekonstruktion der Kunst- und Wunderkammer der Salzburger Erzbischöfe.

Auf der Südseite des Domes liegt der große Kapitelplatz. Links hinten sehen Sie den Neptunbrunnen. Er wurde 1732 vom Bildhauer Anton Pfaffinger errichtet und war einst die Pferdeschwemme des Dornkapitel. Einst stand an dieser Stelle das Pegasus, welches heute im Mirabellgarten zu finden ist.

In der rechten Ecke des Platzes finden Sie einen Seiteneingang zum St.Peter's Friedhof. Gerade aus gelangt man zur Festung.

Die Festung Hohensalzburg, das Wahrzeichen der Stadt, ist die grösste und am besten erhaltene Burganlage Europas. Mit den Bau wurde 1077 unter Erzbischof Gebhard begonnen. Bis ins 17.Jh. wurde sie ständig mit Türmen, Bastionen, Mauern und Schanzen erweitert und verstärkt. Das heutige Aussehen nahm die Festung im 15.Jh. unter Erzbischof Leonhard von Keutschach an, der sie bewohnbar machte, reich ausstattete und ihr das spätgotische
Aussehen gab. Überall an den Burgmauern ist sein Wappenbild, eine Rübe, zu sehen. An der Außenwand der Burgkapelle finden Sie sein Marmorrelief. Eine Standseilbahn bringt Sie bequem zur Hasengrabenbastei hoch.
Alternativ wäre der 10-minütige Aufgang über die Festungsgasse.

(Mein Tip: Fahren Sie mit der Bahn hoch, besichtigen Sie die Burg und die Museen, gehen Sie dann den Weg durch die Wehranlagen herunter und machen Sie Rast im gemütlichen Gastgar Festungsgasse.)

Die "Goldene Stube" ist Teil der spätgotischen Herrscherwohnung, die 1501 von Erzbischof Leonhard im 4. Geschoß des "Hohen Stocks" eingerichtet wurde. Dieses Fürstenzimmer ist nur im Rahmen einer Führung zugänglich und an Wänden und Decken vertäfelt und reich mit vergoldeten und bemalten Holzornamenten verziert. Der Majolikaofen (ebenfalls aus dem Jahre 1501) zählt zu den prächtigsten Beispielen damaliger Hafnerkunst.

Die blaue Decke des "Goldenen Saales" wird durch unzählige goldene Knöpfe verziert, gleichsam funkelnder Sterne am Nachthimmel. 4 riesige, gedrehte Marmorsäulen stützen die Decke, ein Wappenfries schmückt den langen Deckenbalken.

Bei der Führung ebenso zu sehen sind Teile der Wehrgänge, die schaurige Folterkammer und der "Salzburger Stier" - eine Walzenorgel, die einst mit lauten Tönen zum morgendlichen Öffnen und abendlichen Schließen der Stadttore mahnte. Im Burgmuseum finden Sie interessante Waffen und Ausrüstungsgegenstände sowie alles über die Geschichte der Festung Hohensalzburg ( Burgmuseum). Das Rainer Regimentsmuseam zeigt die Militärgeschichte des Lund 2.Weltkrieges sowie die Geschichte des Infanterieregiments Nr. 59 (Rainermuseum).

Der malerische Burghof mit den großen Linden, der Zisterne und der St.Georgs-Kirche, sowie zahlreiche Aussichtspunkte sind ohne Führung zugänglich.

Von den Burgmauern hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt, die umliegenden Berge und das Alpenvorland.

Die Festung wurde oft angegriffen, konnte aber nie eingenommen werden. Berühmt wurde die Geschichte der "Salzburger Stierwascher", die während einer langen Belagerung den letzten Stier täglich mit neuer Farbe bemalten an der Wehrmauer spazieren führten und dann wieder abwuschen. Den Angreifern wurde ein so großer Nahrungsmittelvorrat vorgetäuscht, dass diese die Belagerung enttäuscht aufgaben.

Lediglich den französischen Truppen unter Napoleon ergab man sich kampflos. Diese dankten es auf ihre Art und nahmen alles an Waffen und Einrichtungsgegenständen von der Festung mit, was sie tragen konnten.

Wenn Sie sich beim Abgang von der Festung rechts halten, gelangen Sie zum Stift Nonnberg, dem ältesten Frauenkloster nördlich der Alpen. Es wurde um 700 vom heiligen Rupert am östlichen Ausläufer des Festungsberges gegründet, der seine Nichte Erentrudis, die spätere heilige Erentrudis, als erste Äbtissin einsetzte. Auffallend bereits das Hauptportal der Kirche (1499) in das ein altes spätromanisches Tympanon aus dem Jahre 1210 eingearbeitet wurde.
Der gotische Kircheninnenraum ist durch ein interessantes Netzrippengewölbe geprägt, besonders sehenswert ist das auf 18 Säulen ruhende Gewölbe in der Krypta unter dem Chor. Der Hochaltar stammt aus dem Jahre 1515, der geschnitzte Holzaltar in der seitlichen Johanneskapelle aus dem Jahre 1498, wahrscheinlich von Veit Stoß. Unterhalb des Nonnenchores wurden einige romanische Wandmalereien aus der Mitte des 12. Jahrhunderts freigelegt.

Vom Stift Nonnberg kann man entweder über die Nonnbergstiege in die Kaigasse absteigen oder einen kleinen Umweg durch den Stadtteil Nonntal am östlichen Fuße des Festungsberges machen. ( Folgen Sie der Nonnberggasse, zweigen Sie nach links ab und steigen die Stufen zur Nonntaler Hauptstraße hinab).

Die Kirche St. Erhard gehörte ursprünglich zum Kloster Nonnberg und war die Kirche des kleinen Klosterspitals. Die eigenwillige Fassade mit dem vorgelagerten Säulenportal stammt vom Neubau unter dem Architekten Gasparo Zuccalli aus den Jahren 1685-89.
Durch die schmale Schanzlgasse kommen Sie zum Kajetanerplatz. Das große schmucklose Haus auf der rechten Seite ist das Justizgebäude. Dann folgt die Kajetanerkirche, ein turmloser Barockbau mit mächtiger Kuppel. Sie wurde 1685-1700 ebenfalls vom Architekten Zucalli errichtet, als Klosterkirche des Theatiner-Ordens, dessen Gründer der heilige Kajetan war. Das Kuppelfresko "Glorie des heiligen Kajetan" wie auch das Hochaltarbild stammen vom Maler Paul Troger.

Folgen Sie der Kaigasse und Sie gelangen zum Mozartplatz. Er grenzt im Westen direkt an den Residenzplatz und entstand ebenfalls durch den Abriß mehrerer Häuser, den Erzbischof Wolf Dietrich 1588 anordnete. Rund um den Platz wurden neben dem Residenz Neugebäude auch mehrere prachtvolle Bürgerhäuser errichtet, wie das Andretter Haus (Nr 4, mit reizvoller Hauskapelle im Innenhof) oder das Imhofstöckl (Nr 5, um 1620).

Die Bronzestatue von Wolfgang Amadeus Mozart, nach einem Modell des Münchner Bildhauers Ludwig von Schwanthaler gegossen, wurde 1842 im Beisein der beiden Söhne Mozarts feierlich enthüllt. (Mein Tip: Genießen Sie einen Kaffee im Cafe Glockenspiel und beobachten Sie das muntere Treiben auf dem Platz).

Die kleine Michaelskirche, die in die Häuserreihe des Residenzplatzes eingebaut ist, war bis 1139 die älteste Stadtpfarrkirche und stammt wahrscheinlich schon aus dem Jahre 788. Sie wurde oft umgestaltet und erhielt in den Jahren 1767-1776 ihr heutiges, spätbarockes Aussehen. Der Innenraum birgt sehenswerte Rokokostukkaturen (von Benedikt Zöpf, 1769) und interessante Deckenfresken.

Im Norden hinter der ichaelskirche beginnt die Bürgerstadt, die im Gegensatz zur planvoll und großzügig angelegten Bischofsstadt von dicht gedrängten Häusern und schmalen Gassen geprägt ist. Der Waagplatz war einst das Zentrum der Bürgerstadt, hier siedelten die Kaufleute und es wurden Märkte und Gerichtssprechungen abgehalten. Ab 1328 war das Haus Waagplatz Nr.1 das erste Rathaus Salzburgs. Im Haus Nr.1a wurde 1887 der Lyrik-Dichter Georg Trakl geboren. In seinem Geburtszimmer wurde eine Gedenkstätte mit Autographen und weiteren Erinnerungsstücken errichtet.

Durch die schmale Judengasse, einer der ältesten Gassen Salzburgs, gelangt man zum Alten Markt. (Beachten Sie auch die kleinen Seitenwege Brodgasse und Goldgasse). Um 1300 wurde der Hauptmarkt im Zuge einer Stadterweiterung hierher verlegt. Schmucke mittelalterliche Bürgerhäusern umrahmen den Platz. In der Mitte steht der achteckige Marktbrunnen mit dem kunstvollen Spiralgitter und der Statue des heiligen Florian, dem Schutzpatron gegen die gefürchteten Feuersbrünste. Sehenswert ist die 1591 gegründete fürsterzbischöfliche Hofapotheke (Haus Nr. 6) mit alter Rokoko Ladeneinrichtung. Gegenüber sehen Sie das "kleinste Haus der Stadt, daneben das Café Tomaselli, das älteste Café der Stadt (seit 1703).

Das Rathaus am Kranzlmarkt ist ein typisches Beispiel der Bescheidenheit des Salzburger Bürgertums, ein solch kleines und schmuckloses Gebäude findet man in kaum einer vergleichbaren Stadt. Im Jahre 1407 wurde der Stadtrat vom Waagplatz hierher verlegt. 1772 wurde das Haus umgebaut, erhielt seine Rokokofassade und die Figur der Justitia (1617, von Hans Waldburger) über dem Eingangsportal.

Die Getreidegasse, die langgezogene Hauptstraße der mittelalterlichen Bürgerstadt, zählt heute zu den wichtigsten Einkaufsstraßen der Mozartstadt und wird von unzähligen Touristen frequentiert. Ihr Name hat übrigens nichts mit Getreide zu tun, sondern bezieht sich auf "traben" (laufen). Berühmt geworden ist die schmale Gasse durch die vielen kunstvoll geschmiedeten, teils vergoldeten Firmenschilder und Zunftzeichen der Handwerker, die früher hier wohnten und ihre Waren und Dienste anboten.

Die Häuser, zum Teil aus dem 13. bis 16. Jh., haben großteils sehr liebliche, mit Säulen und Gewölben verzierte Innenhöfe und Durchgänge zum Universitätsplatz. Beachten Sie vor allem die Innenhöfe von Haus Nr. 3, Nr. 7 und Nr. 25 an.

Im Haus Getreidegasse Nr. 9 wurde am 27. Jänner 1756 Wolfgang Amadeus Mozart, der berühmte Komponist, geboren. Mozarts Vater Leopold war erzbischöflicher Hofkapellmeister und hatte die Wohnung im 3. Stock gemietet. Heute ist das Gebäude im Besitz der Stiftung Mozarteum und beherbergt eine bedeutende Ausstellung von Bildern und Dokumenten der Familie Mozart und Instrumente von W.A.Mozart, zB. sein Hammerklavier und seine Kindergeige. Weitere Räume zeigen eine Ausstellung über Mozart und das Theater sowie die bürgerliche Wohnkultur zu Mozarts Zeit.

Am Ende der Getreidegasse kommt man zur Blasiuskirche (1350). Sie wurde als Kirche für das Bürgerspital gebaut, daher die schlichte äußere Erscheinung. Ursprünglich stand an dieser Stelle eine kleine Kapelle, die dem hl. Blasius geweiht war.

Der gotische Innenraum wird vom charakteristischen Netzrippengewölbe über schlanken Säulen geprägt. Im 15. Jh. wurde zusätzlich eine Empore für die Kranken eingebaut.
Das Bürgerspital entstand zwischen 1556 und 1570 und wurde 1898 aufgelöst. Das Gebäude mit dem schönen Renaissance Arkardenhof beherbergt heute Sammlungen des Museums Carolino Augusteum, u.a eine interessante
Ausstellung von historischem Spielzeug.

Wir gehen durch das Gstättentor rechts hinter der Blasiuskirche und kommen nach 50 m zum Mönchsberglift (täglich 9-23h). Fahren Sie mit ihm hoch und genießen Sie einen der schönsten Blicke auf die Altstadt von Salzburg.

Der 500 m hohe Mönchsberg begrenzt die Altstadt Salzburgs im Südwesten. Die teilweise senkrechten Felswände müssen regelmäßig von den "Bergputzern" von lockerem Gestein und Büschen gesäubert werden, um einem Felssturz (die letzte Katastrophe war 1669 mit über 200 Toten) vorzubeugen.

Zahlreiche Spazierwege mit vielen herrlichen Blicken auf die Altstadt führen über den bewaldeten Bergrücken. Nach rechts gelangt man nach Mülln, wo S le sich im urigen Augustiner Bräustübl eine gute Maß Bier und eine kräftige Jause gönnen sollten. An heiß Sommertagen lockt der schattige Gastgarten hunderte durstige Besucher an.

Geht man auf den Mönchsberg nach links, so kommt man am Gasthof Bürgerwehr vorbei, das von seiner Terrasse ebenfalls einen sehr schönen Ausblick auf die Altstadt bietet. Auf dem gesamten Mönchsberg sind noch Teile der unter Erzbischof Paris Lodron errichteten Stadtbefestigung zu sehen, in die der gesamte Berg einbezogen war. Der Weg führt weiter bis zur Festung Hohensalzburg, eine Stiege zweigt vorher links zum Festspielhaus hinunter ab. Weitere Abgänge führen in die Reichenhaller Straße auf der hinteren Seite des Neutors oder in den Stadtteil Nonntal (durch das " Bürgermeisterloch ", vor der Festung).

Wir fahren mit dem Mönchsberglift wieder hinunter und wenden uns links zum Museumsplatz, wo man zwei interessante Museen findet: das Haus der Natur und das Museum Carolino Augusteum. Das Haus der Natur (für das man sich ruhig einen ganzen Tag Zeit nehmen sollte) zeigt auf 4 Etagen Tiere, Pflanzen, Mineralien und Besonderheiten aus aller Welt. In Aquarien sehen Sie heimische Süßwasserfische und bunte Tropenfische, das Terrarium lockt mit über 200 Schlangen, Echsen, Fröschen und Krokodilen. Eindrucksvoll ist auch die Weltraumhalle und die Saurierausstellung im Erdgeschoss.
Das Museum Carolino Augusteum dokumentiert die Kultur- und Kunstgeschichte Salzburgs von der Steinzeit bis ins 20.Jh. mit vielen wertvollen und eindrucksvollen Exponaten. Hier können Sie römische Mosaike, keltische Werkzeuge, alte Möbel und Gebrauchsgegenstände sowie Skulpturen bewundern. Erwähnenswert ist auch die grosse Sammlung von alten Musikinstrumenten und die bedeutende Gemäldesammlung.

Durch die schmale Gstättengasse (die Häuser auf der linken Seite schmiegen sich eng an den Mönchsberg) kommt man zum Ursulinenplatz. Die Markuskirche (Ursulinenkirche) wurde 1699-1705 nach Entwürfen von Fischer von Erlach für den Ursulinenorden gebaut. Vorher stand an dieser Stelle das alte Krankenhaus und die Kirche der
Barmherzigen Brüder. Beides wurde durch den großen Bergsturz von 1699 zerstört. Direkt an die Kirche schließen die Trakte des ehemaligen Ursulinenklosters an, seit 1959 dienen sie dem Haus der Natur als Ausstellungsfläche. Der Innenraum der barocken Kirche ist reich mit Stuck und Gewölbemalereien geschmückt.

Das Klausentor wurde an der Engstelle zwischen Mönchsberg und Salzach errichtet und war früher das äußere Stadttor gegen Westen.

Ein Abstecher nach Mülln: Der Stadtteil Mülln mit seinen engen Gassen erhielt seinen Namen durch die ursprünglich hier angesiedelten Mühlen. Die weithin sichtbare Müllner Kirche (Marienkirche) wurde bereits 1148 urkundlich erwähnt und erhielt bei der Barockisierung 16731738 ihr heutiges Aussehen.

Im Kircheninneren sehen Sie barockes Tonnengewölbe, das spätgotische Netzrippengewölbe darüber wurde erhalten. Die Kirche ist' mit einem Bogen mit dem Klostergebäude der AugustinerEremiten verbunden, der seit 1890 als Braugasthof, dem Augustinerbräu oder Müllnerbräu siehe Seite 41), bekannt ist.

Gegenüber dem Müllnerbräu befindet sich das große Areal der Landeskrankenanstalten. In der Mitte die St.Johannes Spitalskirche (1699-1704), die vierte von Fischer von Erlach in Salzburg gebaute Barockkirche.

Entlang der Salzach oder über den Mönchsberg kehren wir wieder in die Altstadt zurück und setzen unseren Besichtigungsrundgang im Festspielbezirk fort.

in der Pferdeschwemme wurden früher die Pferde der erzbischöflichen Stallungen gewaschen. Geplant und errichtet wurde die Anlage um 1695 von Fischer von Erlach. Die Pferdefresken stammen von Hofmaler Franz Anton Ebner, die Mittelgruppe des Rossbändigers vom Bildhauer Michael Mandl. Die prunkvolle Schwemme unterstreicht die Bedeutung des Pferdes in der Barockzeit. Hinter der Pferdeschwemme sehen Sie das Sigmundstor (Neutor), eine im 18.Jh. geschaffene Verbindung von der Altstadt zum Stadtteil Riedenburg.

Nun kommen Sie in die Hofstallgasse. Links sehen Sie ein großes Gebäudegeviert, in dem die Universitätsbibliothek und die große Aula untergebracht sind, rechts reihen sich das Große und das Kleine Festspielhaus aneinander.

Das Große Festspielhaus wurde 1956-1960 nach Plänen des Baumeisters Clemens von Holzmeister an der Stätte der ehemaligen Hofstallungen gebaut. Hier wirkte jahrzehntelang der berühmte Dirigent Herbert von Karajan. Der riesige Zuseherraum, bekannt für seine gute Akustik, fasst 2.500 Personen und wurde in den Felsen des Mönchsberges gehauen. Der alte Hofmarstall wurde als Eingangsfoyer und Pausenhalle umgebaut.

Das Kleine Festspielhaus, schon 1926 ebenfalls von Holzmeister errichtet, birgt im Foyer schöne Fresken von Anton Faistauer. In der "Felsenreitschule" mit den in den Fels gehauenen Arkadenbögen fanden früher Turniere und Tierhatzen statt. Heute ist sie Aufführungsort von monumentalen Opern und Schauspielen.

Den Festspielhäusern gegenüber steht der Wilde-Mann-Brunnen, dahinter ein kleiner Park, der ehemals der botanische Garten der Universität war, daneben die Kollegienkirche. An der Ecke Hofstallgasse/Franziskanergasse sehen Sie das Rupertinum, ein Museum für moderne Kunst, mit einer Fassadengestaltung von Friedensreich Hundertwasser. Zu sehen sind Gemälde, Skulpturen und graphische Arbeiten der Klassischen Moderne sowie der österreichischen Avantgarde. Wenden Sie sich nach rechts in den Toscaninihof, wo Sie neben dem Eingang zum St. Peter-Bezirk auch einen Zugang zu den Altstadt-Parkgaragen und eine Treppe auf den Mönchsberg finden.

Links führt der Weg durch einen Torbogen in den St. Peter-Bezirk, dem ältesten noch bestehenden Männerkloster im deutschen Sprachraum (um 696 von Bischof Rupert gegründet). Der erste Innenhof, das Kolleg St. Benedikt, ist derjüngste Trakt der Abtei. Die Studienanstalt für Theologen wurde 1924-26 anstelle alter Wirtschaftsgebäude errichtet. Im Durchgangsbogen zum nächsten Hof befindet sich eine Gedenkstätte für Michael Haydn. Partituren und persönliche Gegenstände des Komponisten, dessen Leben und Schaffen eng mit dem Stift verbunden war, sind zu sehen.

Malerisch gibt sich der 2. Innenhof (äußerer Stiftshof) mit dem sechseckigen Petersbrunnen, einem ehemaligen Fischkalter, in der Mitte. Die dreischiffige Stiftskirche St. Peter wurde 1130 1143 statt einer abgebrannten romanischen Kirche erbaut. Mitte des 17. und des 18.Jh. wurde sie barockisiert, die Fassade wurde umgestaltet, die Kuppel und der Zwiebelturm aufgesetzt.
in der prachtvollen Rokoko-Innenausstattung ist der romanische Kern noch in einigen Details sichtbar (zB. im Stufenportal). 16 abgestufte Marmoraltäre führen in hierarchischer Abstufung zum Hochaltar (von Lorenz Hörmbler), der die Fürbitte des Petrus, Paulus und Benedikt vor der Muttergottes zeigt. Beachten Sie auch die
prachtvolle Orgel über dem Eingang. Die Kirche beherbergt auch zahlreiche Grabmäler, darunter das des hl. Rupert.

Rechts neben der Kirche befindet sich der Eingang zum stimmungsvollen Friedhof von St. Peter, dem ältesten christlichen Friedhof Salzburgs. Hier finden Sie die Gräber von vielen bekannten Persönlichkeiten, z.B. vom Komponisten Michael Haydn oder vom Dombaumeister Santino Solari.

In der Mitte des Friedhofs steht die gotische Margarethenkapelle (1491), mit vielen prunkvollen alten Marmorgrab platten an der Außenwand. Über den 1626 erbauten Arkaden auf der Mönchsbergseite sehen Sie die Katakomben, in den Fels gehauene frühchristliche Gebetsstätten. Der Eingang zu den Höhlenkirchen befindet sich rechts hinter der Kreuzkapelle, in der ersten Arkade am Felsen . Steile Stufen führen zur Gertraudenkapelle empor. 6 Bogennischen gliedern die Felswand, Freskenreste zeigen das Martyrium des Thomas Becket. Steigt man weitere Stufen im Fels empor, erreicht man die Maximuskapelle.

An der Ostseite des Friedhofes befinden sich 2 Ausgänge. Einer führt in die Festungsgasse (neben der Talstation der Festungsbahn), der andere führt am rauschenden Almbach vorbei auf den Kapitelplatz.

Der dritte Konventhof von St. Peter, der den ältesten Teil des Klosters umfasst, ist Teil der Klausur und für Besucher nicht zugänglich. Hier befinden sich auch noch die Reste eines alten romanischen Kreuzganges.

Wir verlassen den St.Peter-Bezirk und kommen zur Franziskanerkirche. Sie ist mit dem dazugehörigen Kloster mit einem Schwibbogen verbunden. Früher eine kleine Kapelle des Klosters St. Peter, wurde sie später Pfarrkirche und Klosterkirche der Petersfrauen. Vom großen Stadtbrand weitgehend verschont blieb das spätromanische Langhaus. Es wurde im 15. Jh. mit einem hochaufragenden gotischen Hallenchor und einem wunderschönen Hochaltar von Michael Pacher ergänzt. Die Berufung der Franziskaner anstelle der Petersfrauen durch Erzbischof Wolf Dietrich gab der Kirche mit dem steilen gotischen Turm den heutigen Namen. Der barocke Hochaltar ist ein Werk Fischer von Erlachs, er ersetzte 1709 den Altar Pachers, übernahm jedoch die gotische Madonna.

Durch die Sigmund-Haffner-Gasse gehen wir Richtung Rathaus und biegen links durch den Ritzerbogen auf den Universitätsplatz. Auf dem Grünmarkt bieten täglich viele Händler Obst, Gemüse, Käse und Speck an.

Der Platz wird beherrscht von der prächtigen Fassade der weissen Kollegienkirche, dem Meisterwerk des BarockBaumeisters Fischer von Erlach. Erzbischof Thun ließ die Kirche 1696 bis 1707 für die Universität errichten. Der helle, hohe Innenraum wird vom langgestreckten Hauptschiff dominiert, die Figuren des Hochaltars schuf Josef Pfaffinger.